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Wenn auch Tischplatten fliegen können
2./3. Oktober 2010
Hahnenmoos,... der Mythos lies uns auch heuer wieder nicht kalt. Aus
Witterungsgründen bereits einmal verschoben, aber diesmal war es ein
Volltreffer.
Warme Temperaturen mit 0 Grad Grenze auf 3500 m, Südwestlage und Föhneinfluss
waren angesagt. Kein Vergleich zu - 8 Grad, Schneesturm und geschlossener
Schneedecke nur eine Woche zuvor.
Ankunft am Morgen gegen 10:00 Uhr am Berghotel Hahnenmoospass. Das sieht doch
wirklich gut aus. Auf der Schalmi sind bereits einige Modelle in der Luft und
gleiten die Hangkante entlang. Da gibt es nur eines: Gepäck im Zimmer platzieren
und runter in den Keller, wo während der Umbauphase des Hotels das Bau- und
Bastellokal für die Modellflieger beheimatet ist. "Flamingo" und "Garcia"
zusammengebaut, Philip baute seinen "Scalar" und einen DLG und dann gingen wir
auch schon schnellen Schrittes rüber auf die Schalmy. Die anderen waren gerade
erst in der Talstation angekommen und waren auf dem Weg nach oben,... aber wir
wollten nicht mehr warten. Dazu war es zu schön und der Wind zu zart.
Also rauf auf die Schalmy und vor dem Mittagessen noch 1.5 Std. feinstes
Hangfliegen bei angenehmen 18 Grad und leichtem Wind geniessen. Auch leichte
Thermik war bereits spürbar und trug die Modelle auch weit vor der Hangkante in
die Höhe ohne grosse Turbulenzen. Ein Genuss am Vormittag wie es ihn wohl nur
selten gibt.
Die Kollegen sind zwischenzeitlich auch oben angekommen und haben die Modelle
aufgebaut, wir verabredeten uns dann zuerst mal zum gemeinsamen Mittagessen auf
der Terrasse um zu entscheiden was wir Nachmittag machen wollen. Nach dem
Mittagessen meldet der Bauch eigentlich Pause und Mittagschlaf, aber der Kopf
widersetzt sich bei zwischenzeitlich deutlich aufgekommenem warmen Westwind und
den flach liegenden Grashalmen. Schalmy oder Lavey ? Willi entscheidet für uns
alle und verspricht sagenhafte Verhältnisse über dem westlich gelegenen Hang. Es
sind zwar etwa 30 Minuten Aufstieg, aber die waren es allemal wert. Willi wollte
unten starten und den Segler nach oben fliegen, um sich das tragen zu sparen,
aber es klappte doch nicht,.. noch nicht.
Nach 30 Minuten waren wir dann oben und die Finger montierten, zitternd vor
Aufregung und Anstrengung, Akkus und machten die Modelle flugbereit. Nochmals
schauen wo man hier überhaupt landen kann. 30 Grad Hang, etwas Kuhtritte, aber
dazwischen waren schon ein paar flache Streifen. Wenn man von tief unten kommt,
sollte das funktionieren. Also raus damit.
Aber was ist das denn, obwohl strammer Wind ins Gesicht bläst, steigt das
Modell überhaupt nicht. "Du musst noch weiter raus.." hallt es aus dem
Hintergrund. Nun gut, für mich mit Elektrorückholdienst kein Problem, also mal
sehen was da "draussen" los ist.
Und das war der Hammer. Etwa 100 m vor der Hangkante hatte ich das Gefühl,
dass jemand mit einem Seil das Modell in die Luft reist. So rasant ging es nach
oben. Die vorher weiter unten beobachteten Modelle taxierten wir als
Elektroflieger, denn so schnell kann kein Segler steigen. Denkste. Und wie....
Das war das sprichwörtliche "Heute fliegt alles ... " Wetter. Im warmen Wind auf
2100 m stehend und beste Hammerthermik ohne Ende. Seglerherz was willst du mehr.
Philip heizte seinen Scalar so scharf aus der Überhöhung an der Hangkante
entlang, dass es sich anhörte als würde eine Stuka aus dem 2. Weltkrieg
angreifen. Unglaublich dieser Sound wenn ein kleine Ecke der Flächendeko
absteht.
2.5 Stunden ging das so weiter, bevor wir uns entschlossen nach unten zu
gehen. Willi und Philip flogen ihre Modelle nach unten, ich wollte landen und
tragen. Manchmal sollte man sich als Herdentier zeigen und einfach das machen,
was die anderen auch tun. Also tief anfliegen, ziehen, ziehen, ziehen und fertig
ziehen. Eigentlich genau im vorgesehenen Landefeld, aber ein kleiner
unsichtbarer, von Grass überwachsenem, Kuhtritt und der "Flamingo" wurde abrupt
gebremst. Nun ja, nicht super, aber trotzdem eine brauchbare Landung. Beim
aufheben des Modells zeigte sich jedoch, warum ein "Flamingo" nicht zum
Hangfliegen geeignet ist. Der 10mm Flächenrundstahl war verbogen und vor dem Flächenansatz war der Rumpf
eingerissen. Die typische Schwachstelle. Kein Problem zum reparieren, aber
definitv unnötig zu diesem Zeitpunkt, weil
der "Garcia" des Autors nun für diesen Wind definitiv nicht geeignet ist.
Also demontieren und runter tragen. Vor dem Abendessen musste aber der
"Garcia" nochmals ran. Während die anderen auf die Schalmy liefen um die letzten
Sonnenstrahlen und Winde zu nutzen, sparte sich der Autor den Weg und flog
direkt vor dem Hotel. Der "Garcia" mit seinen 3m Spannweite zeigte nun seinen
Stärken. Selbst in der extrem schwachen Thermik und leichtem Wind, ging es zügig
nach oben und erst wieder runter, als die Sonne fast hinter den Bergen
verschwand.
Nach dem anschliessenden Nachtessen und einer ruhigen erholsamen Nacht
verliess der Autor am frühen Sonntagvormittag, leider, das Hahnenmoos
weil noch Termine zu erledigen waren. Während Willi und die beiden Phillip's
noch einen weiteren wunderschönen Tag auf dem Hahnenmoos geniessen durften.
Also dann,... bis zum nächsten Jahr.
Hier noch einige Bilder von diesem tollen Tag
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Hangkante vor imposanter Kulisse |
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Woher kommt der Wind denn nun genau ? |
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Von da..., aber für die Fräsen noch zu wenig |
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Kurze Pause nach dem Aufstieg |
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Willi bringt sein Modell den letzten Rest doch noch fliegend nach oben |
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Lavey,... jetzt geht's rund |
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Alles fliegt, und für einen Erstflug gibt es kein besseres Wetter |
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... denn wenn der Pilot nichts macht, dann geht's nur nach oben |
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Spektakuläre Aussicht,... ohne Worte. |
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Seglerherz was willst du mehr. |
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Das ist der Landeplatz :-) |
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Natürlich Willi,.... zeig mal was der drauf hat |
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Hier einen Erstflug zu machen ist schon ein tolles Gefühl |
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Abendstimmung über dem Hahnenmoos |
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Jetzt wird es langsam ruhig |
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Und nun ist Feierabend für heute. Bis zum nächsten Jahr |
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