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Klar zum Motor-ErstflugVorbereitung auf den Kunstflug• Ausgabe Aviator 01/2008
Bevor man erste
Kunstflugfiguren meistern kann,
SeitenzugTritt der so genannte Korkenziehereffekt auf gibt es ein Giermoment nach links. Lässt man den Motor nach rechts ziehen, geht die Schubachse links am Schwerpunkt vorbei und es entsteht ein ausgleichendes Giermoment nach rechts. Der Motorseitenzug beträgt zirka 2 bis 3 Grad. Auf der Seite liegend und mit waagerechter Ausrichtung der Rumpfachse wird der Seitenzug eingestellt. Bei einem Blick von oben auf den Motor zeigt sich, dass die Spitze des Spinners aus der Rumpfmitte nach rechts gewandert ist. Mit einem kleinen Versatz auf der Motorplatte, der nach links gerichtet wird, schafft man einen Ausgleich und bringt die Spinnerspitze in die Rumpfmitte zurück. An die Herstellerangaben für EWD, Motorsturz, Seitenzug und die Parameter der V-Form der Tragflächen und des Schwerpunkts sollte man sich halten. Erst beim Einfliegen können diese Werte exakt abgestimmt werden.
Video: Sturz und Seitenzug einstellen/erfliegen
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PropellerDie Luftschraube setzt die Motorleistung in Schubkraft um. Jede ist mit einem Aufdruck versehen, der den Durchmesser und den Blattsteigungswinkel in Zoll angibt. Dabei gilt der Grundsatz: Größerer Durchmesser liefert mehr Schub und größere Steigung mehr Geschwindigkeit. Um den Motor in seinem optimalen Drehzahlbereich zu betreiben, ist es aber nicht möglich, beide Werte gleichzeitig und beliebig zu erhöhen. Die Wahl einer Luftschraube mit größerer Steigung geht mit einer Reduzierung ihres Durchmessers einher. Ebenso muss bei einem größeren Durchmesser die Steigung verringert werden. Der zurückgehende Steigungswinkel zum Blattende hin gewährleistet trotz höherer Umfanggeschwindigkeit eine gleichmäßige Schubverteilung über die Länge der Blatthälften. Vergleicht man den Fortschrittsgrad einer Luftschraube mit einer Schraube, so würde sich zum Beispiel eine 18 x 10-Zoll-Luftschraube pro Umdrehung um 10 Zoll vorwärts bewegen. Dies ist ein theoretischer Wert. Da die Luft kein fester Körper ist, sind 20 bis 30 Prozent Schlupf als Verlust vorhanden. Bei der Wahl einer Luftschraube sollte man den Empfehlungen des Motorenherstellers folgen. Dabei ist anzumerken, dass bei einer Luftschraube mit hoher Steigung die Leerlaufdrehzahl niedrig einstellbar sein muss, um die Landerollstrecke nicht unnötig zu verlängern. Für leistungsfähige Motoren eignen sich die Luftschrauben von APC oder Meilcjk besonders gut. Diese Luftschrauben haben einen guten Wirkungsgrad und laufen aufgrund ihrer Steifigkeit leise. Mit der Auswuchtwaage von Kavan lassen sich Luftschrauben grammgenau ausbalancieren. Das Abfeilen der schwereren Blatthälfte oder das Einbringen kleiner Ausgleichgewichte in die Nabe lässt die Luftschraube unter gleichmäßiger Belastung der Kugellager rotieren. Ein schlecht ausgewuchteter Propeller zerstört über kurz oder lang die Kugellager der Kurbelwelle. Eine teuere Reparatur oder ein kompletter Ersatz des Motors ist die Folge Eine ausgewuchtete Luftschraube läuft schwingungsärmer und ist entsprechend angenehmer in der Geräuschentwicklung. Beim Kauf einer APC-Luftschraube werden Sicherheitshinweise und eine Formel zur Berechnung der höchstzulässigen Drehzahl beigefügt. Bei der Extra 300S hat der Autor den Antrieb YS 140 DZ mit einer APC-Luftschraube 17 x 10 Zoll bestückt. Ebenfalls empfehlenswert sind Luftschrauben aus Carbon. Sie sind extrem verwindungssteif, neigen nicht zum Flattern und reduzieren die Lärmentwicklung so weit wie möglich. |
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Der Korkenzieher-Effekt (Slip-Stream) macht sich am stärksten bemerkbar. Die Luftmasse des Propellerschubs strömt nicht parallel zum Rumpf nach hinten ab. Der Propeller versetzt die Luftmasse in eine Drehbewegung.
Der Propellerstrahl windet sich korkenzieherförmig um den Rumpf. Am Leitwerk angekommen, beaufschlagt er das Seitenleitwerk an der in Flugrichtung gesehen linken Seite. Das Modell giert um seine Hochachse nach links. Besonders stark ist dieser Effekt bei niedriger Geschwindigkeit und hoher Motordrehzahl, wie es bei einem Vollgasstart aus dem Stand heraus oder im Anfangssteigflug der Fall ist.
Dies kann man mit einem Seitenruderausschlag nach rechts ausgleichen. Im Horizontalflug mit hoher Geschwindigkeit lässt der KorkenzieherEffekt nach, da der Drall in die Länge gezogen wird. Bei einigen Kunstflugfiguren macht sich dieser Effekt unangenehm bemerkbar.
Asymmetrischer SchubIm Steigflug, also bei hohem Anstellwinkel, wird der Propellerkreis nicht mehr im rechten Winkel wie während des Horizontalflugs durchströmt. Je nach Anstellwinkel des Modells ändert sich auch der Anstellwinkel des Propellerprofils.
Dabei ergibt
sich folgendes Bild: Wegen dieser unsymmetrischen Verteilung weicht das Modell im Steigflug nach links ab. Mit einem Seitenruderausschlag nach rechts ist dies auszugleichen. Im rechten Bild sieht man den Anstellwinkel der rechten abwärts gehenden und links unten den Anstellwinkel der linken aufwärts gehenden Blatthälfte |
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Die Achse eines Kreisels verhält sich im Raum stabil. Das Kippen der Kreiselachse bewirkt eine Gegenkraft. Wird durch Betätigen des Seiten- oder auch des Höhenruders die Kreiselebene des Propellers bewegt, entsteht eine seitliche Kraft (Präzession).
Diese wirkt in einem 90-Grad-Winkel zur Kippbewegung der Achse und in die Drehrichtung des Propellers. Je schwerer der Propeller und je größer sein Durchmesser, umso stärker wirkt sich der Kreiseleffekt aus. Er nimmt Einfluss auf den Startlauf. Kurz vor dem Abheben rotiert das Modell um seine Radachsen. Das Leitwerk hebt sich.
Die Propeller-Kreiselachse kippt nach vorne. Der Kreiseleffekt bewirkt ein Gieren nach links. Auch dies kann mit einem Seitenruderausschlag nach rechts ausgeglichen werden. Alle während des Startlaufs und Steigflugs auftretenden Propellereffekte summieren sich und bewirken eine Gierbewegung nach links.

Am Beginn eines Kunstflugtrainings steht der geradlinige Start, gefolgt von dem ebenso gleichmäßigen Steigflug. Nach Erreichen der Ausgangshöhe beendet eine 90-Grad-Querabkurve den Startvorgang. Das Modell beschleunigt aus dem Stillstand und beginnt mit dem Startlauf. Dabei machen sich nun die im vorherigen Abschnitt beschriebenen Propellereffekte bemerkbar. Besonders betroffen sind dabei stark motorisierte Modelle. Werden die beschriebenen Effekte nicht beachtet, so endet der Startlauf möglicherweise am Rand der linken Startbahnhälfte.
Kunstflugmodelle mit einer großen Seitenruderfläche reagieren sensibel auf hastige und zu große Seitenruderausschläge, die das Ausbrechen nach links verhindern sollen. Für einen gelungenen Start sollte man langsam steigend Gas geben und mit einem großen Seitenruderausschlag nach rechts anrollen, um mit stetig erhöhter Rollgeschwindigkeit das Seitenruder immer weiter auf neutral zurückzuführen, bis der Punkt des Abhebens erreicht ist.
Ein Start mit Seitenwind sollte auf der Mittellinie der Startbahn erfolgen. Ein kurzer Blick zum Windsack verrät, ob der Seitenwind das Ausbrechen nach links verstärkt oder aber bei Seitenwind von rechts – bedingt durch den Windfahneneffekt – die Ausbrechtendenz nach links neutralisiert.
An heißen Sommertagen mit hoher Luftfeuchtigkeit verlängern sich die Startlaufstrecken, denn Auftrieb, Motorleistung und Propellerschub sind abhängig von der Luftdichte.
Quelle: http://www.modell-aviator.de
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