2. Wie beginne ich denn mit dem Modellflug

Das kann ja nicht so schwierig sein, so ein bischen Holz oder Styropor in der Luft hin- und herzufliegen. ??

Tja, gar nicht so einfach zu beantworten:

Der Einstieg in den Modellflug wirkt für viele einfacher, als er tatsächlich ist. Man kauft ein Modellflugzeug, lädt den Akku und möchte dann sofort loslegen. Doch genau jetzt entstehen viele typische Anfängerfehler, die oft direkt zu einem Modellabsturz führen.

Viele Einsteiger wollen schnell Modellfliegen lernen, machen sich den Einstieg aber unnötig schwer. Dabei lässt sich der Start ins Hobby deutlich entspannter gestalten, wenn man einige grundlegende Dinge beachtet.

Die folgenden Punkte sollen dabei helfen, Modellfliegen deutlich sicherer und entspannter zu beginnen.

 

1. Das richtige Modellflugzeug wählen

Der wichtigste Schritt beim ist die Wahl des richtigen Modells. Viele Modelle werden als „anfängerfreundlich“ bezeichnet, sind es in der Praxis aber nicht.

Ein gutes Einsteigermodell sollte mehrere Eigenschaften haben:

  • ein gutmütiges Flugverhalten

  • eine hohe Eigenstabilität

  • eine robuste Bauweise

  • ein Antrieb, der, nach Möglichkeit, nicht sofort beschädigt wird

Sehr hilfreich ist zu Beginn ein Modell, bei dem der Motor hinter der Tragfläche sitzt.

Easystar

Der "MultiplexEasystar",... ein klassisches Anfängermodell 

Wenn das Modellflugzeug bei der Landung oder bei einem kleinen Modellfliegen Absturz vorne aufsetzt, bleibt der Propeller geschützt. Zusätzlich sollte das Modell aus einem robusten Schaumstoffmaterial bestehen. Gerade als Anfänger kommt es häufiger zu kleinen Abstürzen oder harten Landungen. Ein robustes Modell verzeiht diese Fehler und kann leicht repariert werden.

Nicht geeignet für den Einstieg sind dagegen:

  • Scale Modelle

  • Jets oder Impeller Modelle

  • schnelle Motormodelle

Siehe auch 4a. Das erste Modell: Kunstflug oder Segler

 2. Zuviel auf einmal

Ein klassischer Anfängerfehler im Modellflug ist der typische Ablauf:

  1. Modell auspacken

  2. Akku laden

  3. raus auf die Wiese

  4. Motor an und starten

Der Start klappt häufig noch irgendwie. Doch dann kommt die erste Kurve – und genau hier endet der Flug oft mit einem Absturz.

Beim Modellfliegen muss der Pilot gleichzeitig mehrere Dinge kontrollieren:

  • Höhe

  • Richtung

  • Geschwindigkeit

  • Motorleistung

  • Umgebungsgefahren

  • Aufsetzpunkt

Alle Funktionen gleichzeitig zu steuern ist für Einsteiger eine enorme Überforderung.

FW190 Crash

Schade um das schöne Modell,... aber neben den typischen Anforderungen an einen Modellflugpiloten, kommen hier auch noch spezifisce Probleme eines "Warbirds" hinzu.

holen sie sich Untestützung bei einem Modellflugverein in Ihrer Nähe und vereinbaren Sie dort, wenn angeboten, einen Lehrer-Schüler-Flug für die ersten Erfahrungen,

 

3. Das Modell richtig einstellen

Viele glauben, dass ein fertig gekauftes Modell automatisch perfekt eingestellt ist. Doch auch bei sogenannten RTF-Modellen („Ready to Fly“) müssen wichtige Punkte überprüft werden.

Beim Modellfliegen sollte man unbedingt kontrollieren:

  • stimmt der Schwerpunkt?

  • sind die Ruder richtig angelenkt?

  • reagieren die Steuerfunktionen korrekt?

  • sind links und rechts nicht vertauscht?

  • passt die Trimmung auf der Fernsteuerung?

Wenn ein Modellflugzeug falsch eingestellt ist, kann es sehr nervös reagieren oder sogar schwer fliegbar sein. Ist das Modell dagegen korrekt eingestellt, fliegt es deutlich ruhiger und vermittelt besseres Feedback.

Erschwerend kommt hinzu, dass Anfänger mit vielenn Begriffen wie Schwerpunkt, EWD, Trimmung, Seitenzug usw. zu Beginn gar nichts anfangen können und sich dann in den Begriffen verlieren, ohne zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Holen Sie sich Hilfe aus einem Modellflugverein.

 

4. Auf ruhige Windbedingungen achten

Für Spaziergänger fühlt sich eine leichte Brise oft völlig harmlos an. Für ein Modellflugzeug kann sie jedoch bereits sehr stark sein.

Wind kann ein Modell:

  • seitlich versetzen

  • aus der Flugrichtung drücken

  • instabil machen

Gerade als Anfänger sollte man möglichst bei ruhigen Bedingungen fliegen. Ein windstiller oder windarmer Tag hat mehrere Vorteile:

  • klare Steuerreaktionen

  • weniger äußere Einflüsse

  • mehr Zeit zum Reagieren

  • Man lernt, wie das Flugzeug gegen den Wind reagiert und wenn man MIT dem Wind fliegt. Die Reaktionen könnten oft unterschiedlicher nicht sein.

So lässt sich auch das Verhalten des Modellflugzeugs viel besser verstehen.

 

5. Einen Modellflugsimulator nutzen

Mit einem Simulator lassen sich die ersten Schritte mit ferngesteuerten Flugzeugen gefahrlos üben. Wenn ein Fehler passiert, entsteht kein Schaden – man startet einfach neu.

Der Simulator hilft dabei:

  • ein Gefühl für die Steuerung zu entwickeln

  • erste Reflexe aufzubauen

  • die Angst vor dem ersten Flug zu reduzieren

Wichtig ist allerdings, dass man am Simulator gezielt übt. Wenn immer wieder derselbe Fehler wiederholt wird, trainiert man genau diesen Fehler. Auch hier gilt: Struktur und Verständnis sind entscheidend.

 

6. Hol dir Unterstützung aus einem Modellflugverein

Gerade als Anfänger ist Unterstützung am Anfang unglaublich hilfreich. Ein erfahrener Modellflieger, oder ein Verein, kann dir bei den ersten Schritten sehr viel zeigen. Sie können dir helfen, dein Modellflugzeug richtig einzustellen, schauen beim Start über deine Schulter und erklären dir, was du beim Fliegen beachten muss.

Auch ein Lehrer-Schüler-System ist ein hilfreiches Teil, um erfolgreich und relativ gefahrlos in die Modellflugkarriere zu starten

Lehrer Schuler

Wenn du Fragen hast, bekommst du direkt eine Antwort und verstehst viel schneller, warum dein Modellflugzeug so reagiert, wie es reagiert. Das hilft enorm dabei, typische Anfängerfehler zu vermeiden und verhindert viele unnötige Abstürze.

Wichtig ist dabei vor allem, dass du regelmäßig Unterstützung bekommst und nicht jedes Mal wieder von vorne anfangen musst. Dann bauen die Lernschritte aufeinander auf.

Neben der Hilfe durch andere Modellflieger kann dir auch ein strukturierter Kurs sehr helfen und dass die ersten Schritte logisch aufgebaut sind. Ein guter Kurs begleitet dich auf deinem Lernprozess und hilt dir mit Struktur zu einer schnelen Entwicklung.

Du bekommst dort zum Beispiel:

  • eine klare Reihenfolge für die ersten Flüge

  • einfache Flugübungen für den Einstieg

  • Hinweise zu Start und Landung

  • typische Fehler beim Modellflug und wie du sie vermeidest

Damit weißt du genau, womit du anfangen kannst und musst dich nicht durch Versuch und Irrtum durcharbeiten. 

 

7. Rechtliche Rahmenbedingungen

Wo darf ich denn überhaupt Modellflug betreiben ? Hier wird es dann wirklich kompliziert, denn nicht überall wo geflogen wird, darf auch tatsächlich geflogen werden (Nicht alle Modellflugpiloten sind Mitglieder in einem Modellflugverein :-) )

Dein Modellflugverein kennt die Fluggeländer in deiner Wohngegend genau und kann dir hier zu Beginn sicher helfen und Tips geben. Ansonsten kannst du auf der Drohnenkarte relativ einfach nachsehen, wo Modellflug im Grundsatz erlaubt ist.

Bitte beachten: Drohne und Modellflugzeug ist nicht das gleiche :-)